Einhorn

Die „Einhörner-Flut“: Ein Segen für Investoren?

Es ist wie im Märchen: Die Unternehmenslandschaft ist voller Einhörner!

Einhörner, oder genauer gesagt Unicorns, sind Startup-Unternehmen, die mit einer Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar glänzen können. Laut „Forbes“ sind derzeit mehr als 170 dieser besonders vielversprechenden jungen Firmen am Start. Ende 2014 waren es noch weniger als die Hälfte.

Ein Trend, der einerseits Anlass zur Euphorie gibt, andererseits aber auch zur Vorsicht mahnen muss. Denn es stellt sich natürlich die Frage, ob derzeit wirklich so viele Gründer und junge Unternehmen mit unglaublich guten und fantastisch skalierbaren Ideen auf dem Markt sind. Oder haben wir es wieder einmal mit überzogenen Unternehmens-Bewertungen zu tun, die weit entfernt sind von der tatsächlichen Wirtschaftskraft der Startups?

Auf den Einzelfall kommt es an

Eines steht fest: Gerade aus Investorensicht ist eine individuelle Betrachtung jedes Einzelfalls notwendig. So gigantisch die Bewertungen einiger besonders hoch gehandelter Unternehmen sind, so exorbitant ist teilweise auch ihr Kapitalbedarf. Einhörner scheinen, salopp formuliert, keine Kostverächter zu sein. Ganz im Gegenteil: Geld wird derzeit reichlich „verbrannt“. In der ersten Phase, die meist auf aggressives Wachstum ausgelegt ist, ist das grundsätzlich erst einmal nicht ungewöhnlich. Aber natürlich müssen diesen Anlauf-Investitionen auch einmal signifikante Erträge entgegen stehen. Und da sieht es bei vielen vermeintlichen „Stars“ der Einhörner-Herde derzeit, vorsichtig gesagt, ziemlich bescheiden aus.

Kein Wunder also, dass die Begeisterung für Einhörner an den Börsen nicht bedingungslos geteilt wird. Mit der Folge, dass sich der Gang aufs Parkett für so manches vor Selbstbewusstsein nur so strotzende Milliarden-Startup als ernüchternde Euphoriebremse entpuppte. Will man es positiv sehen, könnte man auch von einer „Erdung“ mit der Realität sprechen. Denn ist das Unternehmen grundsätzlich gesund und für die Zukunft sauber aufgestellt, kann es sich langfristig betrachtet auch als heilsame Erfahrung herausstellen, aus allzu kühnen Träumen geweckt zu werden.

Investoren tun gut daran, nicht allein auf schillernde Bewertungen zu achten, sondern sich wirklich eindringlich mit den wahren dahinter stehenden Chancen der Geschäftsmodelle zu beschäftigen. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in meinem Hauptbeitrag „Einhörner: Vom Einzelgänger zum Herdentier“, welcher jüngst im „Capital Magazin“ erschienen ist.

(Bild: CC BY-ND 3.0 Maik Meid)

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