Recap: Contingent Risk Workshop
Gestern Abend hatten wir zum spannenden Workshop mit dem Thema „Contingent Risk: Wenn das bekannte Risiko den Deal blockiert“ geladen mit Robin Lawless von WECOYA Transactional Risk Solutions GmbH.
Diesmal ging es um Risiken, die bereits durch eine Due Diligence bekannt sind. Robin Lawless hat gezeigt, warum die üblichen Lösungen oft nicht befriedigen: Escrow, Kaufpreisabschlag und Freistellung verschieben das Risiko nur, sie lösen es nicht. Eine Contingent-Risk-Police macht daraus eine Einmalprämie.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Vortrag lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Versicherbar sind etwa angreifbare Genehmigungen, möglicherweise unwirksame Verträge, Lücken in der Rechtekette (Title), Nachhaftung des Verkäufers und angreifbare Schutzrechte
- Voraussetzung ist ein Rechtsgutachten, das die Eintrittswahrscheinlichkeit als low/medium einstuft (unter rund 30 %).
- Der Schaden muss sich als Bandbreite beziffern lassen.
- Ein Fall aus der Praxis: Ein Mietvertrag über eine Gewerbeimmobilie für 90 Mio. EUR war mit einem Formfehler behaftet. Er wurde über 21 Jahre für rund 0,5 % des Kapitalwerts abgesichert. Von der Anfrage bis zu den bestätigten Konditionen vergingen 3,5 Wochen.
Ein Satz von Robin Lawless ist wohl besonders hängen geblieben: „Ein Risiko, das aus fünf unwahrscheinlichen Schritten besteht, ist kein Deal Breaker, sondern eine Rechenaufgabe.“
Und für das Timing gilt natürlich: Das Thema gehört in die Due Diligence, nicht erst in die Signing-Woche.
Vielen Dank an Robin Lawless von WECOYA für die tiefen und praxisnahen Einblicke, die eine Art Checkliste an die Hand gegeben haben. Und danke an TIGGES Rechtsanwälte Partnerschaft mbB für die Gastfreundschaft.





